Netto-Schwellen-Rechner: ab wann sich eine Agentur für dich rechnet
Der Netto-Schwellen-Rechner ermittelt aus deinem Monatsumsatz, der Provision und dem versprochenen Zuwachs, um wie viel Prozent eine Agentur deinen Umsatz steigern muss, damit dir nach deutscher Steuer netto mehr bleibt als allein. Er braucht unter einer Minute, läuft in deinem Browser und verlangt kein Konto.
Deine Zahlen
Deine Zahlen bleiben in deinem Browser. Dieser Rechner schickt nichts an einen Server, speichert nichts und legt keinen Verlauf an — es gibt keinen Absenden-Knopf, der das täte.
Der Betrag, der bei dir ankommt, pro Monat — nicht der Betrag, den die Fans bezahlen.
Der Satz, den sie auf deinen Umsatz nimmt. Bei Bunny Agency 25–50 %, gestaffelt.
Was sie dir sagt, dass sie liefert. Trag ihre Zahl ein, nicht deine Hoffnung.
Ausrüstung, Software, Steuerberatung, Requisiten — pro Monat.
Steht auf der Website deiner Stadt oder Gemeinde. Leer heißt: die Gewerbesteuer wird nicht gerechnet.
Steht auf deinem Beitragsbescheid. Leer heißt: Kranken- und Pflegeversicherung werden nicht gerechnet.
Deine Netto-Schwelle
Die Agentur muss deinen Umsatz um mindestens 53,8 % steigern, damit dir netto nicht weniger bleibt als allein.
Mit dem eingetragenen Zuwachs von 40 % bleiben dir 3.423 € weniger im Jahr. Bei diesen Zahlen lautet die ehrliche Antwort: mach allein weiter.
| Posten | Allein | Mit Agentur |
|---|---|---|
| Plattformauszahlung | 60.000 € | 84.000 € |
| Provision der AgenturBetriebsausgabe nach § 4 Abs. 4 EStG | 0 € | -29.400 € |
| Sonstige Betriebsausgaben | -3.000 € | -3.000 € |
| Gewinn | 57.000 € | 51.600 € |
| Kranken- und Pflegeversicherungnicht gerechnet — kein Zusatzbeitrag | 0 € | 0 € |
| Einkommensteuer§ 32a EStG, nach Anrechnung der Gewerbesteuer | -13.091 € | -11.114 € |
| Solidaritätszuschlag | 0 € | 0 € |
| Gewerbesteuernicht gerechnet — kein Hebesatz | 0 € | 0 € |
| Bleibt im Jahr | 43.909 € | 40.486 € |
| Bleibt im Monat | 3.659 € | 3.374 € |
Dieses Ergebnis ist unvollständig — hier fehlt etwas:
- Gewerbesteuer: nicht gerechnet. Den Hebesatz setzt jede Gemeinde selbst fest (§ 16 GewStG), und zwischen der günstigsten und der teuersten Gemeinde liegt ein Vielfaches. Einen bundesweiten Wert gibt es nicht — trag deinen ein, dann rechnet der Rechner die Gewerbesteuer mit, samt Anrechnung nach § 35 EStG.
- Kranken- und Pflegeversicherung: nicht gerechnet. Den Zusatzbeitrag setzt jede Kasse selbst fest (§ 242 SGB V), und die Spanne zwischen der günstigsten und der teuersten Kasse ist größer als der Fehler, den ein Durchschnitt verstecken würde. Er steht auf deinem Beitragsbescheid.
Das war ein Monat, hochgerechnet auf zwölf. Was von deinem Umsatz nach deutscher Steuer und Kassenbeiträgen wirklich übrig bleibt — auch ganz ohne Agentur — ist die nächste Rechnung. Was von deinem OnlyFans-Umsatz übrig bleibt.
Dieses Szenario behalten
Der Rechner speichert nichts — beim nächsten Öffnen fängst du wieder bei den Vorgaben an. Trag deine E-Mail-Adresse ein, dann bekommst du genau diese Rechnung als Übersicht zugeschickt, mit den Zahlen, die du eingegeben hast.
Nur für diese Übersicht und für das, was du danach ausdrücklich abonnierst. In jeder E-Mail steht ein Abmeldelink.
Was ist die Netto-Schwelle?
Die Netto-Schwelle ist der Umsatzzuwachs in Prozent, den eine Agentur mindestens liefern muss, damit einer Creatorin nach Provision und nach deutscher Steuer mehr netto bleibt als allein. Unterhalb dieser Schwelle kostet die Zusammenarbeit Geld, oberhalb bringt sie welches. Bunny Agency veröffentlicht die eigene Provision, damit die Zahl einsetzbar ist.
Die Netto-Schwelle ist der Umsatzzuwachs in Prozent, den eine Agentur mindestens liefern muss, damit dir nach Provision und nach deutscher Steuer mehr netto bleibt als allein.
- Die Schwelle selbst ist reine Arithmetik: Bei 25 % Provision muss der Umsatz um 33 % steigen, bei 40 % um 67 %, bei 50 % um 100 %. Das kannst du mit einem Taschenrechner nachprüfen.
- Was die deutsche Steuer verändert, ist nicht die Schwelle, sondern was oberhalb davon ankommt: Von jedem zusätzlichen Euro Gewinn bleiben nach Einkommensteuer, Gewerbesteuer und Kassenbeiträgen deutlich weniger als die Hälfte.
- Und sie verändert, wann es unangenehm wird: Die Kleinunternehmergrenze nach § 19 UStG hängt daran, ob die Plattform dich oder die Agentur bezahlt — beim Gewinn ist die Richtung egal, beim Umsatz nicht.
Bei einer Agentur, die ihren Satz erst im Videocall nennt, lässt sich die Netto-Schwelle nicht berechnen. Das ist kein Geschmacksunterschied, sondern ein struktureller: ohne veröffentlichte Provision fehlt der Rechnung die Eingabe.
Wie rechnest du die Netto-Schwelle von Hand?
Für die Netto-Schwelle brauchst du nur den Provisionssatz. Teile ihn durch hundert, ziehe das Ergebnis von eins ab, teile den ersten Wert durch den zweiten und multipliziere wieder mit hundert. Heraus kommt der Umsatzzuwachs in Prozent, den eine Agentur mindestens liefern muss.
- Provision als Anteil schreiben. Teile den Provisionssatz durch hundert. Aus einem Prozentsatz wird so der Anteil, den die Agentur von jedem Euro Umsatz nimmt.
- Den Rest bilden. Ziehe diesen Anteil von eins ab. Übrig bleibt der Anteil deines Umsatzes, der nach Provision noch bei dir landet.
- Teilen und in Prozent umrechnen. Teile den Provisionsanteil durch diesen Rest und multipliziere mit hundert. Das Ergebnis ist die Netto-Schwelle: der Umsatzzuwachs in Prozent, ab dem sich die Agentur trägt.
- Gegen die versprochene Steigerung halten. Vergleiche die Schwelle mit dem Zuwachs, den die Agentur dir zusagt. Liegt die Zusage darunter, kostet dich die Zusammenarbeit Geld — unabhängig davon, wie gut sich das Gespräch angefühlt hat.
Diese Rechnung kannst du mit einem Taschenrechner nachprüfen, und genau das ist ihr Wert. In einem Markt, in dem mehrere Anbieter wortgleich dieselbe Spitzenstellung für sich behaupten, überzeugt eine nachrechenbare Zahl und keine Behauptung.
Wo die Rechnung von Hand bricht
Von Hand bekommst du die Schwelle heraus, aber nicht die Beträge dahinter. Was oberhalb der Schwelle wirklich ankommt, hängt an Einkommensteuertarif, Gewerbesteuer-Freibetrag, Beitragsbemessung und Kleinunternehmergrenze. Diese vier Größen springen an festen Punkten, und genau dort liegt der Unterschied zwischen Bruttozuwachs und Kontostand.
Die Netto-Schwelle selbst ist reine Arithmetik. Was sie nicht sagt, ist, wie viel von einem Zuwachs oberhalb der Schwelle bei dir ankommt — und das ist die Zahl, um die es bei der Entscheidung eigentlich geht. Vier deutsche Besonderheiten verschieben sie:
- Der Einkommensteuertarif ist stückweise quadratisch (§ 32a EStG). Ein linear geschätzter „Durchschnittssteuersatz“ liegt im relevanten Bereich um Tausende Euro daneben. Der Rechner oben rechnet den Tarif in der Fassung des Gesetzestextes, mit beiden Abrundungen.
- Die Gewerbesteuer hat einen Freibetrag von 24.500 € (§ 11 Abs. 1 GewStG). Darunter fällt keine an, darüber sofort — und angerechnet wird sie auf die Einkommensteuer nur bis zum 4-fachen des Steuermessbetrags (§ 35 EStG).
- Die Krankenkasse hat eine Untergrenze. Nach § 240 Abs. 4 Satz 1 SGB V zahlst du mindestens auf 1.318,33 € im Monat Beiträge, auch wenn dein Gewinn darunter liegt. Kleine Konten trifft das überproportional, und kein Wettbewerber-Rechner kennt diese Grenze.
- Die Kleinunternehmergrenze hängt an der Zahlungsrichtung. Zahlt die Plattform die Agentur direkt, taucht deren Anteil nie in deinem Gesamtumsatz auf (§ 19 Abs. 2 UStG). Kassierst du alles und überweist weiter, ist der volle Betrag zunächst dein Umsatz — und die laufende Grenze von 100.000 € ist seit der Neufassung des § 19 UStG keine Prognose mehr, sondern eine Kappung mitten im Jahr.
Welche Zahlen dieser Rechner benutzt — und welche ihm fehlen
Alle Steuerwerte dieses Rechners stammen aus dem konsolidierten Gesetzestext auf gesetze-im-internet.de und tragen ihre Fundstelle. Drei Größen fehlen bewusst: der Gewerbesteuer-Hebesatz, der Zusatzbeitrag der Krankenkasse und die umsatzsteuerliche Behandlung der Plattformauszahlung. Statt sie zu schätzen, schaltet das Modell die davon abhängige Rechnung ab.
Der Grundfreibetrag liegt bei 12.348 €, der Spitzensteuersatz bei 42 %, der Solidaritätszuschlag bei 5,5 % mit einer Freigrenze von 20.350 € bei Einzelveranlagung. Der allgemeine Beitragssatz zur Krankenversicherung beträgt 14,6 %, die Pflegeversicherung 3,4 % plus 0,6 % für Kinderlose ab 23. Alle Werte gelten für den Veranlagungszeitraum und wurden am gegen die amtliche Quelle geprüft.
Drei Größen stehen bewusst nicht im Modell:
- Der Gewerbesteuer-Hebesatz. Jede Gemeinde setzt ihn selbst fest (§ 16 GewStG). Einen bundesweiten Wert gibt es nicht, also steht im Modell keiner. Ohne deine Eingabe meldet der Rechner die Gewerbesteuer als nicht gerechnet.
- Der Zusatzbeitrag der Krankenkasse. Jede Kasse setzt ihn selbst fest (§ 242 SGB V). Der Durchschnittssatz nach § 242a SGB V war am Prüfdatum nicht aus amtlicher Quelle abrufbar — und er wäre ohnehin die falsche Zahl, weil die Spanne zwischen den Kassen größer ist als der Fehler, den ein Durchschnitt verdeckt. Ohne deine Eingabe rechnet das Modell Kranken- und Pflegeversicherung nicht.
- Die Umsatzsteuer auf die Plattformauszahlung. OnlyFans wird von Fenix International Ltd. im Vereinigten Königreich betrieben. Wo die Leistung umsatzsteuerlich erbracht wird und ob § 13b UStG greift, ist nicht durch ein BMF-Schreiben belegt. Dieser Rechner setzt deshalb keine Umsatzsteuer auf die Auszahlung an. Die Kleinunternehmergrenze prüft er trotzdem: sie ist eine Umsatz- und keine Leistungsortfrage.
Fundstellen, geprüft am
- § 19 UStG — Besteuerung der Kleinunternehmer
- § 12 UStG — Steuersätze
- § 32a EStG — Einkommensteuertarif
- § 4 EStG — Betriebsausgaben
- § 10 EStG — Sonderausgaben
- § 35 EStG — Anrechnung der Gewerbesteuer
- § 11 GewStG — Steuermesszahl und Steuermessbetrag
- §§ 3, 4 SolzG 1995 — Bemessungsgrundlage und Zuschlagsatz
- §§ 240, 241, 242a, 243 SGB V — Beitragssätze und Bemessung
- § 55 SGB XI — Beitragssatz Pflegeversicherung
- Sozialversicherungsrechengrößen-Verordnung 2026
Häufige Fragen
- Muss ich eine E-Mail-Adresse angeben, um die Schwelle zu sehen?
- Nein. Die Zahl steht vollständig auf dem Bildschirm, sobald du deine Werte eingetippt hast. Es gibt keine Anmeldung, keine unscharfe Vorschau und keine abgeschnittene Zahl.
- Kann das Ergebnis gegen eine Agentur ausfallen?
- Ja, und das kommt bei hoher Provision und kleinem Umsatz regelmäßig vor. Erreicht keine Steigerung die Schwelle, schreibt der Rechner das in Worten hin und zeigt bewusst keine Zahl an.
- Warum fragt der Rechner nach dem Hebesatz und dem Zusatzbeitrag?
- Weil es für beide keinen bundesweiten Wert gibt: den Hebesatz setzt jede Gemeinde fest, den Zusatzbeitrag jede Krankenkasse. Ohne deine Angabe rechnet das Modell den jeweiligen Posten nicht und sagt am Ergebnis, dass er fehlt.
- Zählt die Provision der Agentur als Betriebsausgabe?
- Ja. Nach § 4 Abs. 4 EStG sind Aufwendungen abziehbar, die durch den Betrieb veranlasst sind, und die Agenturprovision ist es. Für deinen Gewinn ist es deshalb egal, ob die Plattform die Agentur direkt bezahlt oder du die Provision weiterreichst.
- Gilt der Rechner auch in Österreich oder der Schweiz?
- Nein. Das Modell rechnet nach deutschem Einkommensteuer-, Gewerbesteuer- und Sozialversicherungsrecht. Für Österreich und die Schweiz gibt es noch kein eigenes Modell, und ein aus dem deutschen abgeleiteter Wert wäre still falsch.